Das Problem
Was bisher geschieht, macht Menschen Spaß, aber nicht den BäumenSeilgärten werden errichtet, um ein naturnahes Körpererlebnis zu bieten. Es macht nur dann nachhaltig Sinn, wenn das Erlebnis auch den Respekt vor den hierzu benutzten Bäumen beeinhaltet. Das ist auch ein pädagogischer Aspekt.
Meist werden in Seilgärten mittelalte Bäume als tragende Säulen verwendet. Deren üblicher Zuwachs beträgt 3 cm im Umfang pro Jahr. Da zwei Bäume verwendet werden, entsteht bei Umschlingung ein Längenbedarf im Seil von 6 cm, bei doppelter Umschlingung von 12 cm. Bei einer Ankerentfernung von 12 m sind das schon 1 %, um die das Stahlseil länger werden muss. Dessen Bruchdehnung beträgt 2%. Daran wird ersichtlich, wie groß innerhalb kurzer Zeit die Pressung wird, wenn man nicht nachstellt. Ohne großen Aufwand lässt sich dieses Problem mit den geklemmten Stahlseilen nicht beheben, zumal das Seilende zur Vermeidung von Verletzungsgefahr kurz hinter der letzte Klemme gekappt wird. Schnell wird das Stahlseil zu kurz und muss ausgetauscht werden. Das kostet Zeit und Geld. Quetschende Verbindungen im Baum sind Lösungen aus dem letzten Jahrhundert. Das für Bäume verantwortliche Fachgebiet ist die Baumpflege, die sich in der ZTV- Baumpflege Regeln gegeben hat, die einen artgerechten Umgang als Stand der Technik festschreibt. Teil davon ist auch die Kronensicherung, die verletzungs- und zwängungsfrei ihre Aufgabe erfüllen soll. Grünflächenämter sind gehalten, sich daran zu orientieren. Somit geraten sie mit den bisherigen Lösungen in Konflikt. Das Problem der Baumbeschädigung hat alle Beteiligten belastet. Nur stand bisher keine Alternative zur Verfügung. |


